Zusammenfassung
Eine Untersuchung über das Aussterben und
Neuentwicklungen auf Stufenebene von Bryozoen Genera (Ordnungen der Cyclostomata
und Cheilostomata) aus der Oberkreide und des Känozoikums ergaben sowohl
voraussagbare als auch unerwartete Ergebnisse.
Die Kurven der Aussterberaten der Cyclostomen und Cheilostomen gleichen einander
mit Ausnahme derjenigen aus einigen Stufen der unteren Oberkreide. In diesen
Ausnahmefällen scheint das Auslöschungsmuster innerhalb der kleineren Gruppe
der Cheilostomen Genera zufälliger Natur zu sein. In der Oberkreide entwickelte
sich das Nordeuropäische Kreidemeer zu einem Zentrum der Bryozoendiversität.
Während oder gegen das Ende des Maastrichtians hinzu war die Extinktionsrate in
beiden Ordnungen hoch (unsere verfügbaren Daten erlauben keine genaueren
Angaben für die Zeitpunkte der Aussterbe-Ereignisse innerhalb einer Stufe).
Ueberraschenderweise zeigten sich die Extinktionsraten im Dan mehr oder weniger
gleich hoch als jene aus dem Maastrichtian. Die hohen Werte der Extinktionsraten
werden mit dem Rückzug des Kreidemeeres während des Dans in Nordeuropa in
Zusammenhang gebracht. Die Raten der Neuerscheinungen von Cyclostomen und
Cheilostomen waren einander ähnlich und vergleichsweise hoch in der Oberkreide.
Nach dem K/T Extinktionsereignis wurde die Rate der Neuerscheinungen von
Cyclostomata Genera geringer und blieb auf tiefem Niveau während des
verbleibenden Känozoikums. Im Gegensatz dazu zeigt die Rate der Neubildungen
bei den Cheilostomata einen Aufschwung im Eozän, weche jedoch in der Folge
während des Pleistozäns wieder abnahm. Die verschiedene Entwicklung in der
Diversität der Cyclostomen und Cheilostomen während des Känozoikums scheint
in Unterschieden während der Entstehung der neuen Arten begründet zu sein und
weniger in deren Aussterberaten.
Keywords: Aussterben, Artenentstehung, Kreide-Tertiär, K-T, benthische Invertebraten
Translation: Dr. Michael Knappertsbusch, Natural History Museum Basel, Augustinergasse 2, 4001-Basel, Switzerland