Øyvind Hammer, Stefan Bengtson, Tom Malzbender, und Dan Gelb
Zusammenfassung
Viele Fossilen der bedeutendsten Ablagerungen der Welt zeichnen sich durch nur geringes Oberflächenrelief aus und sind deswegen mit herkömmlichen photographischen Methoden nur schwierig abzubilden. "Polinomial texture mapping" (polynomische Strukturerfassung, PTM) ist eine neue Technik zur Abbildung von Oberflächenreliefs unter Verwendung einer gewöhnlichen Digitalkamera und mehrerer Lichtquellen, die es ermöglicht solche Schwierigkeiten zu überwinden. Bei PTM wird eine Serie von 50 Bildern aufgenommen, wobei die Positionen des Objektes und der Kamera fixiert sind, das Objekt aber aus verschiedenen Richtungen beleuchtet wird. Diese Bilder werden digital in eine PTM-Datei konvertiert, in der die Informationen über die Reflexion jedes einzelnen Pixels bei den unterschiedlichen Beleuchtungsbedingungen enthalten sind. Die Zahl, Position und Intensität der virtuellen Lichtquellen kann dann manipuliert werden, ebenso wie die Reflexionseigenschaften der abgebildeten Oberfläche. Zusätzlich zum Verdeutlichen des sonst nur schwierig abzubildenden Oberflächenreliefs, ermöglicht PTM auch elektronischen Transfer, Speicherung und die Veröffentlichung von Bildern bei denen die Benutzer die virtuellen Lichtquellen interaktiv manipulieren können. Im folgenden Beitrag testen wir diese Technik an Fossilien unterschiedlicher Erhaltungszustände, darunter kambrische Fossilen des Burgess Schiefers und der Chenjiang Lagerstätte, kambrische Fossilen mit 3D-Relief aus dunklen Schiefern Norwegens, fossile Planzenabdrücke des Karbons Englands, kambrische Spurenfossilen in Sandsteinen Schwedens und neoproterozoische Fossilabrücke der Ediacara Lagerstätten von Südaustralien. Wenn auch nicht ideal für alle Typen der Fossilerhaltung, kann die PTM Verstärkungstechnik beachtliche Verbesserung bei der Abbildung von Exemplaren mit geringem Farbkontrast und geringem aber eindeutigem Relief bringen. Bei der Abbildung von Exemplaren mit hohem Relief, die auch mit traditionellen Methoden leicht photographierbar sind, wird PTM vor allem wegen der interaktiven Manipulationsmöglichkeit von Licht und Reflexion von großem Nutzen sein.
Übersetzung: Dr.
Susanne Feist-Burkhardt, Department of Palaeontology, The Natural History
Museum, London SW7 5BD, England, UK